10 Wochen

10 lange Wochen des Bangens und Hoffens

10 Wochen, seit wir von unserer Mimi nichts mehr gehört haben.

Und 10 Wochen, in denen sich viel getan hat.


Zunächst möchte ich nochmal Danke sagen. Für die vielen lieben Worte in Mails, Kommentaren hier auf dem Blog und Instagram und in Telefonaten. Dankeschön auch an alle, die sich an der Suche nach Mimi beteiligen und Artikel und Fotos posten oder Ausschau bei Gefunden-Anzeigen nach ihr halten.
Eine Suche, die aber leider noch immer ohne Erfolg gekrönt ist.
Wir geben die Hoffnung nicht auf - noch nicht. Aber zwischendurch kommt man doch ins Zweifeln... man müsste meinen, irgendjemand MUSS Mimi doch gesehen haben.

In meinem letzten Bericht habe ich euch erzählt, dass ich im September von Zuhause ausgezogen bin und mit meinem Freund zusammen nun im Nachbarort wohne - keine zehn Minuten weg von meinen Eltern und meiner Schwester. Mittlerweile wohnen aber nicht mehr nur mein Freund und ich dort.
Die Zusage für die Wohnung haben wir Ende Juni bekommen. Und schon während wir auf der Wohnungssuche waren, habe ich immer gesagt: Wenn wir uns dann mal eingelebt haben, müssen wir unbedingt eine Katze bei uns aufnehmen!
Ich bin mit Katzen aufgewachsen und liebe diese klugen, schönen, eigenwilligen Tiere mit ihren oft verrückten Ideen und witzigen Macken.
So kam es, dass wir jetzt nicht mehr nur zu zweit, sondern zu viert in unserer Wohnung leben.
Eine junge Familie hat ein Baby bekommen, welches leider auf Katzen allergisch reagiert. Sie mussten für ihre beiden Miezen ein neues Heim suchen. Diese Anzeige entdeckte ich erstmals rein zufällig Ende September. Mitte Oktober wurde die Anzeige erneut eingestellt. Kurzentschlossen bin ich dann mit meiner Mama und meiner Schwester losgefahren. Einfach mal, um mir die beiden anzusehen. Mein Freund, der leider arbeiten musste, meinte: Ich seh ja dann, ob mich heute Abend eine Überraschung erwartet.

Siri, eine sechsjährige Glückskatze und Mimi, eine neunjährige Ragdoll (wird zumindest vermutet) sind direkt noch am selben Tag bei uns eingezogen. Ich war hin und weg von den beiden und verstehe bis heute nicht, wieso die beiden zunächst niemand wollte.

Die ersten Tage war Siri sehr scheu. Sie saß oft unter dem Sofa, wollte sich nur ganz kurz streicheln lassen und ist meist weggerannt. 
Mimi - die Ragdoll -  war da ganz anders. Mimi, die wir in Cleo umbenannt haben.
Denn für uns gibt es nur eine Mimi ...
Cleo ist eine Diva durch und durch. Sie möchte immer Aufmerksamkeit und wenn sie diese mal nicht hat, tut sie alles dafür, um wieder im Mittelpunkt zu stehen. 

Sie ist ein richtiges Plappermaul (leider auch ein recht lautes), sehr anhänglich (der Gang zum "Stillen Örtchen" ist mit ihr nicht mehr länger still) und total verspielt. Sie hat sich sofort heimisch gefühlt.

Siri hat da ein bisschen länger gebraucht. Aber mittlerweile genießt sie unsere Kuschelzeiten, wo ich sie ausgiebig streicheln und kraulen darf.

Die beiden haben mir dabei geholfen, mich ein wenig von Mimi abzulenken. Zugleich erinnern sie mich aber auch immerzu an sie.

Vor eineinhalb Wochen bin ich mit meinen Eltern zum Katzenschutzverein Mindelheim gefahren (über diesen hat Mimi hier auf dem Blog auch schon mal berichtet, nachdem ich dort Futter und Spielzeug gespendet habe). Vor etwa drei Wochen haben wir eine Anzeige des Katzenschutzvereins in der Zeitung gesehen. Dort haben sie ein Katzenmädchen vorgestellt, dessen Besitzer es nicht mehr wollte.

Da der Katzenschutzverein auch eine Vermisstenmeldung von Mimi online gestellt hat, war ich neulich auf deren Homepage – und habe gesehen, dass die Dame noch immer ein neues Zuhause sucht.

Und irgendwie haben wir dann beschlossen, nach Mindelheim zu fahren.
Dort angekommen, ist die Süße gleich schnurrend auf uns zugestapft. Oh ja, wirklich gestapft. Denn das Mädel hat keine Samtpfoten, sondern richtige Stapfer.

Sie ist eine seeehr große Katzendame, soll wohl zwischen 1 und 2 Jahre alt sein, hat langes Fell und ist unglaublich verschmust und anhänglich.
Und somit für meine Mama genau richtig. Denn ihr hat der gewohnte Trubel einfach gefehlt. Vor allem, nachdem zuerst ich, anschließend meine Schwester ausgezogen ist – und dann auch noch Mimi verschwunden ist.


So haben wir die namenlose Katze noch am selben Abend mit zu meinen Eltern nach Hause genommen, sie Tabby benannt und mein Papa hat ihr tags darauf gleich einen großen Kratzbaum gebaut. Denn die Standardkratzbäume, die wir im Zoofachhandel gesehen haben, wären für die große – oder dicke :D – Tabby einfach zu winzig gewesen.

Nun wisst ihr also, was hier in den vergangenen zehn Wochen bei meiner Familie und mir so los war.
Ich melde mich wieder. Denn wie gesagt: die Hoffnung, Mimi wiederzusehen, haben wir noch längst nicht aufgegeben.


Eure Betty

Nichts Neues

Mimi, wo bist du nur?


Wir vermissen sie so sehr, unsere süße Mimi ...

Ich möchte an dieser Stelle euch allen danken. Ihr habt so liebe und verständnisvolle Worte für uns gefunden. Es ist gar nicht leicht, all eure schönen Worte zu lesen. Denn jede Nachricht treibt meiner Familie und mir wieder die Tränen in die Augen.
Aber zugleich helft ihr uns auch. Ihr alle lasst uns wissen, dass ihr bei uns seid. Und das wissen wir zu schätzen.
Es tut mir Leid, wenn ich die vielen Nachrichten nicht alle persönlich beantworte. Aber momentan rast ein Tag nach dem anderen dahin - und wieder ist eine weitere Woche vergangen, seit Mimi verschwunden ist.
Ich bin berufliche gerade sehr eingespannt. Und wenn ich abends dann zuhause bin, gibt es dort noch einiges zu tun. Ich bin kürzlich umgezogen. Ich habe im Sommer die Zusage für eine hübsche Wohnung hier im Nachbarort bekommen. Mit dem Auto nicht mal fünf Minuten weg von meinem Elternhaus. Daher wäre es für mich auch nie ein Problem gewesen, Mimi bei meinen Eltern zu lassen. Denn dort ist sie schließlich aufgewachsen. In meinem neuen Heim hätte ich sie als Wohnungskatze halten müssen. Das hätte ich Mimi nie antun können, wo sie ihre Zeit doch so gerne im Garten verbringt. Eine Entfernung von nicht mal 10 km wären daher nie das Problem gewesen, ich hätte meine Süße trotzdem sehr oft gesehen. Und jetzt kam alles ganz anders.

Nun sind es schon über sechs Wochen, seit sie eines Freitagabends verschwunden ist.

Wir erhalten nach wie vor viele Nachrichten mit Tipps wo man in der Gegend suchen könnte und Hinweisen, dass Mimi gesehen wurde. Leider hoffen wir noch immer vergebens.
Von euch, meinen lieben Bloglesern und auch Freunden habe ich mehrmals Anfragen erhalten, ob ihr denn vielleicht ein Foto von Mimi auf eurer Seite veröffentlichen dürft.
Ja, das dürft ihr - natürlich! Wir sind für jede Unterstützung so dankbar.

Ich melde mich wieder.
Eure Betty

Vermisst

Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier mal an Mimis Stelle würde schreiben müssen.
Denn Pfotenabenteuer ist Mimis Blog. Das ist nicht mein Reich.

Ihr habt alle so liebe Worte für uns und Mimi da gelassen. Ganz gleich ob hier auf dem Blog, auf Instagram oder per Mail. 
Während ich diesen Beitrag hier verfasse, kommen mir schon wieder die Tränen.
Unsere süße Mimi ist noch immer spurlos verschwunden. Seit auf den Tag genau fünf Wochen, seit Freitag den 16. September 2016

Hier im Dorf hängen unzählige Plakate, es gibt Anzeigen in der Zeitung, die Tierheime wissen Bescheid, die Tierärzte ebenso. Der Katzenschutzbund hat auf seiner Seite sogar eine Anzeige erstellt.
Und dennoch hat niemand sie gesehen.
Wir erhalten jede Woche ein bis zwei Anrufe von Leuten die meinen, unsere Mimi gesehen zu haben. Doch so groß die Hoffnung dann immer ist, noch größer ist die Enttäuschung. Denn nie hat es sich dabei um Mimi gehandelt.

Meine Familie und ich hoffen noch immer - doch mit jedem vergangenen Tag schwindet die Hoffnung ein wenig. Dann trifft man wieder jemanden, der erzählt, seine mal verschwundene Katze sei nach zwei Monaten plötzlich wieder aufgetaucht. Man hofft, man selber darf dieses Glück auch genießen...

Diese Ungewissheit ist einfach am schlimmsten. 
Es kann doch nicht sein, dass Mimi einfach verschwunden ist!

Mimi, bitte komm zurück.
Du wirst hier gebraucht.
Katze Mimi ist spurlos verschwunden und wird vermisst

Betty

Sommerlaune

Mein Sommerversteck

Eigentlich wollten Betty und ich euch vergangenes Wochenende zwei Bücher zeigen.
Vor Bettys Sommerurlaub wurde sie von zwei lieben Bloggerfreunden mit tollen Lektüren überrascht.
Nachdem diese nun von ihr gelesen und von mir angesabbert wurden, wollten wir euch diese präsentieren.


Aaaaber: wenn man ein wunderbares Versteck für sich entdeckt hat, dann will man da nicht weg. Schon gar nicht, wenn die Zweibeiner in der Nähe sind und dieses Versteck dann womöglich sehen könnten.
Momentan bekommen die Zweibeiner mich allenfalls morgens um halb 6 (Aufstehen, es ist Zeit für meine erste Futterration!) oder nachts um 2 Uhr (Aufwachen, lasst mich rein hier beim Fenster, ich will kuscheln!) zu Gesicht. Denn ich habe das ultimative Sommerversteck gefunden. Das ist so phänomenal gut verborgen, dass die Zweibeiner mich noch nicht gefunden haben.


Und so ist die Betty noch nicht dazu gekommen, mich samt Bücher abzulichten. Ätsch!

Das bedeutet für euch: ihr müsst euch noch ein wenig gedulden und bekommt vorab ein paar Fotos zu sehen, die letzte Woche draußen im Garten entstanden sind - als das Sommerversteck noch nicht entdeckt war.

Bis zum nächsten Mal (dann vielleicht inklusive Bücher),
eure Sommermieze Mimi


Bettys Mäusehotel

Katz und Maus im Haus(e) Betty

Ganz richtig, ihr habt euch nicht verlesen: IM Hause.
Woanders hüpfen die Mäuse im Wald, auf der Wiese oder - mit viel Glück - vielleicht im Garten rum.
Aber ich hab hier das Oberglück: einmal vom Sofa fallen, schon befindet man sich praktisch mitten im Mäusehimmel.

Während Farbmausdame Ronja sich noch denkt: "Wo bleibt mein Leckerchen?"
Freue ich mich: Oooh, da wartet schon mein Leckerchen auf mich.

Jaja, ich kann mir schon denken, wie ihr vor den PC-Bildschirmen fiebrig auf und ab hüpft.
Aber denkste!
Ohne Aufsicht heißt es hier für mich nämlich BETRETEN VERBOTEN. 
Mit mindestens drei Ausrufezeichen.

Wenn ich dann doch mal mit zur Fütterung kommen darf (natürlich nur zur Mäusefütterung, ich darf leider nicht mal kosten. Nicht mal am Mäuseschwänzchen knappern darf ich, nene.) werde ich in den Schwitzkasten genommen und musss mucksmäuschen still - dafür aber mit umso größeren Augen - vor dem Käfig ausharren.

In den Käfig darf ich leider nicht. Obwohl ich da locker Platz hätte.
Deshalb gibt es leider, leider auch nicht viel mehr Gruppenfotos von einer Mäuseparty mit Stargast Mimi.

Seit exakt 5 Jahren mästet Betty nun ihre Mäuse. Für wen, weiß ich nicht. Ich hab jedenfalls noch nie kosten dürfen. Meine Zweibeinerin behauptet immer, dass man ihre Mäuse nicht essen darf, das seien Haustiere wie ich auch. Pffff.


Betty meint gerade, ich solle nicht so aufmüpfig und unverschämt sein und stattdessen lieber ihre Mäusegeschichte erzählen.
Ihr wollt die wirklich auch hören?

Na denn, viel Spaß mit Bettys Artikel, der 2014 auch schon in der Zeitung veröffentlicht wurde:

Auf die Maus gekommen

Es ist morgens um kurz nach halb sieben und am liebsten würde man sofort wieder ins gemütliche Bett zurückkehren. Wirft man einen Blick in den dunklen Raum nebenan, der bereits an der Tür mit einem Schild vor Betreten warnt, wird man augenblicklich wachgerüttelt.
Es raschelt, poltert und gelegentlich ist auch ein Fiepen zu hören. Spätestens wenn man das Käfiglicht anknipst, wird jeder Gedanke an Schlaf zurückgedrängt. Zum einen, da man von dem munteren Gewusel in eine Art Bann gezogen wird, zum anderen, da man ab Betreten des Raums sofort in das Treiben der elfköpfigen Bande miteinbezogen wird. 
Es dauert nicht lange, schon stehen mindestens fünf der Racker an der Käfigtür und warten auf ihr morgendliches Leckerchen und auch der Rest der Truppe lässt nicht lange auf sich warten und die flinken Tierchen kommen von den verschiedensten Ecken aus freudig angelaufen.
Farbmaus Tyson schaut aus einer Kokosnuss
Tyson hat aus seinem Kokosnusshaus Überblick über den gesamten Käfig
Seit Sommer 2011 wohnen Farbmäuse bei mir – obwohl ich schon allein wegen unserer Katze Mimi nie welche halten wollte und auch nicht durfte. Doch wie der Zufall es wollte, habe ich während meines Ferienjobs im August 2011 in der Firma eine kleine weiße Maus gefunden, die in einer Kiste gefangen war. Das Tier wurde mir mit Verdacht auf Vergiftung kurzerhand mit nach Hause gegeben, wo es seine letzten Tage genießen sollte. Doch „Frederick“ wurde größer und lebhafter, sodass meine Familie und Mimi sich allmählich damit abfinden mussten, einen weiteren Mitbewohner (und in Mimis Fall nicht etwa Snack) begrüßen zu dürfen. 
Nach der Geschlechtsbestimmung behielt Frederick ihren Namen auch weiterhin und durfte sich auf einen Käfig mit viel selber gebastelten und gebauten Spiel-, Kletter- und Schlafplatzmöglichkeiten, sowie Gesellschaft durch Farbmausdame Chilli freuen. 
Farbmaus Chilli in ihrem Käfig

Nach umfassenden Recherchen in Internetforen und zahlreichen Büchern, sowie langen Beobachtungszeiten vor dem Käfig stand fest: der Käfig soll größer werden und zwei weitere Mäuse sollen einziehen dürfen. Denn die kleinen Tierchen benötigen weitaus mehr Platz, als es auf den ersten Blick erscheint und fühlen sich in Rudeln ab mindestens vier Tieren am wohlsten.
Im April 2012 erfolgte somit ein Umzug in einen umgebauten Meerschweinchenkäfig und die beiden Weibchen Murmel und Knopf aus Gersthofen durften dort miteinziehen.
Farbmausweibchen Murmel mag Gänseblumen
Murmel - eine Maus die ihrem Namen alle Ehre machte.
Nach weiteren umfangreichen und langwierigen Recherchen kam es im Dezember 2012 schließlich – und endlich – zu einer grundlegenden Erneuerung: während mein Vater den von mir entworfenen Käfig mit mehreren Etagen anfertigte, mit speziellem nagerfreundlichen Lack behandelte, viel neues Spielzeug, Kletterzubehör und Häuschen baute, begab ich mich auf die Suche nach Zuwachs für meine verbliebenen drei Damen. Fünf Weibchen waren relativ schnell gefunden, doch aufgrund der Gruppengröße sollten auch einige Kastraten den Käfig mit Leben füllen.
Reine Weibchengruppen, vor allem mit mehr als fünf Tieren, sind in vielen Fällen nicht einfach zu halten, da es häufig zu Gezicke untereinander kommen kann. Ein Kastrat aber kann wahre Wunder bewirken.
Farbmauskastrat Pirat knabbert Heu
Mäusemann Pirat

Doch leider sind Farbmäuse als Haustiere in unserer Region schon fast eine Seltenheit. Schließlich aber kamen drei Albinokastraten, welche die nun sehr bunte Truppe wunderbar ergänzten, aus dem Tierheim Nürnberg per Mitfahrgelegenheit angereist. Neben vier Albinos waren unter anderem die Farbvarianten Agouti, Black, Black Tan, sowie mehrere Schecken zu finden.
Farbmäuse beim Klettern auf einer Leiter
Klettern - eines DER Highlights für Knopf, Ludwig, Pauline und Heidi
Somit konnte die Vergesellschaftung der farbenreichen Gruppe starten. Aufgrund ihres ausgeprägten Revierverhaltens müssen die Tiere langsam aneinander gewöhnt werden. Dabei werden die Mäuse zunächst auf kleinem Raum und ohne Inventargegenstände gehalten, um sich kennenzulernen. Sofern es zu keinen Auseinandersetzungen mehr kommt, kann anschließend täglich erweitert werden: entweder die Tiere erhalten z.B. Zubehör zum Spielen oder Schlafmöglichkeiten, oder mehr Platz. Sollte es zu Streit kommen, muss der Platz wieder verkleinert, bzw. die Gegenstände erneut entfernt werden. Nur so ist ein harmonisches Zusammenleben garantiert, anderweitig kann es auch Wochen, sogar Monate später erst, zu schwerwiegenden und blutigen Konflikten kommen. Je nach Verhalten und Charakter der Tiere und Größe der Gruppe kann oder muss eine Vergesellschaftung demnach über Wochen bis Monate hinweg erfolgen.
Farbmaus Rotkäppchen beim Nestbau
Rotkäppchen beim Nestbau

Doch nicht nur eine Vergesellschaftung bringt Stress für die Tiere und den Halter mit sich. Die kleinen Racker haben leider eine nur kurze Lebenserwartung von durchschnittlich etwa zwei Jahren, die aber aufgrund der enormen Krankheitsanfälligkeit oft deutlich kürzer ausfallen kann. Dennoch gibt es auch Fälle, bei denen Tiere bis zu drei Jahre oder sogar älter geworden sind.
Darüber hinaus spielt eine ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu gehört neben dem Eiweißbedarf, der mit Mehlwürmern oder Grillen abgedeckt werden kann, auch Frischfutter in Form von Gemüse oder Kräutern. Das Hauptfutter wird von mir selbst gemischt und besteht aus über 50 verschiedenen Saaten, Samen, Kräutern und weiteren Zutaten.
Farbmausfütterung
Gruppenmampfen - wie viele Mäuse passen IN die Futterschüssel? Bettys Rekord liegt bei 8 verfressenen Mäusen.
Mittlerweile durften bereits 44 Farbmäuse ihr Leben bei mir genießen. Derzeit wuselt noch eine 11er Gruppe durch den großen Käfig – der somit voll ausgelastet ist. Zeitweise wurde letztes Jahr aber sogar ein zweiter Käfig aufgestellt, um fünf weitere Tiere zu beherbergen, die aus einem privaten Notfall stammten. Denn mir ist es wichtig, Tieren in Not ein besseres Leben schenken zu können. Daher kommen meine Tiere fast ausschließlich aus Tierheimen oder privaten Notfällen.
Farbmauskastrat Tabaluga
Tabaluga, ein einsamer Mäusemann aus Augsburg durfte bei Betty ein Leben umgeben von vielen Mäusedamen genießen.
Trotz des zeitweise enormen Arbeitsaufwands (vor allem während der Vergesellschaftung) bereitet mir die Haltung viel Freude und es ist wahnsinnig interessant, die neugierigen, quirligen Tiere und ihr jeweiliges Verhalten zu beobachten – denn handzahm werden die Tiere nur in den seltensten Fällen. Übrigens konnte auch Katze Mimi sich mit ihren neuen Mitbewohnern arrangieren, sodass es noch nie zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen ist.
Farbmäuse beim gemeinsamen Futtern
Blub, Pauline und Heidi lassen sich den frischen Salat schmecken.
Nachdem ihr nun bestens über die Farbmaushaltung informiert seid, darf ich das Wort nun wieder an mich nehmen. Ist ja schließlich mein Katzenblog und kein Foodblog, hehehe.

Aber ja ihr seht: da wohnt man mit den köstlichen, gut gemästeten Mäusen unter einem Dach und hat letztendlich gar nix davon. Zugegeben, süß sehen sie ja schon aus. Aber eben auch zum anbeißen süß - wortwörtlich.
Farbmausweibchen Blub
Blub

Handzahme Mäuse hatte Betty in all diesen Jahren übrigens nur eine einzige. Das war die quirlige und immer neugierige Dame Kex.
Ein Beweisfoto gibt es sogar auch. Zwar schon etwa älter, aber Bettys Lockenschopf lässt natürlich keine Zweifel offen:
Zweibeinerin Betty mit Farbmaus Kex
Betty und die zahme Kex
Der Käfig im Hintergrund ist der von Bettys Papa gefertigte Eigenbau.
Die im Handel erhältlichen Käfige sind fast ausschließlich völlig ungeeignet für eine tierfreundliche und artgerechte Farbmaushaltung. Daher hat es sich unter den Mäusehaltern bewährt, die Käfige selbst zu bauen, oder eben bauen zu lassen.
Das Ergebnis ist in diesem Fall ein mehrstöckiger Käfig mit vielen Ebenen, Versteckmöglichkeiten, Buddelbereich unten links, verschiedenstes Einstreu und eine in den Käfig integrierte- natürlich nagerfreundliche - Beleuchtung:
Farbmaus Eigenbau mit vielen Etagen, Versteckmöglichkeiten und Buddelbereich
Bettys Eigenbau für die Farbmäuse

Nun wisst ihr also bestens Bescheid über Bettys Hobby (die Mäuse mästen füttern) und mein persönliches Mäusehobby: die Stinker beobachten.

Und weil das so spannend ist wie es im Streu raschelt, fiept und piept, werd ich mal meine Betty suchen und mit ihr eine Sightseeing-Tour durchs Mäusezimmer drehen.
Die verstaubte Farbmausdame Pauline beim Knabbern
Schmutzfink Pauline beim Knabbern
 
Schnurrrr,
euer Touri Mimi

Badeurlaub

Wasserspiele

Hier in Bayern sind sie nun auch endlich: die Sommerferien.
Daher war vergangenes Wochenende die Hölle los auf den bayerischen Straßen:
Die einen machen sich auf den Weg gen Süden und somit Hitze. Aber auch Richtung Meer, und so kann man sich bei einem kühlen Bad schön abkühlen.
Die anderen, die "Zurückgebliebenen", machen sich dagegen auf den Weg zum nächsten Freibad oder Baggersee. Schließlich muss man nicht hunderte Kilometer verreisen, um bei 30 Grad in der Sonne zu brüten.
Das kann man hier auch ganz gut.

Als Katze steht man bei einer solchen Hitze natürlich vor einem Dilemma:
Baden will man nicht, schließlich ist der Schwanz nicht gerade die beste Flosse.
Den ganzen Tag im kühlen Schatten rumfläzen sollte man nicht, sonst wird man wieder als "dicke, dicke und faaaaule Katze" abgestempelt. Pfff.
Und Eis lutschen darf man auch nicht.

Na toll. Und nun?

Kommen wir nochmal zurück zum Wasser:
Ganz Deutschland lässt sich bei dieser Hitze die Sonne auf den gutgebräunten möchtegernbraunen Bauch brennen - und darf dabei im Garten, Freibad oder Strand liegen. Jederzeit das kühle Nasse in greifbarer Nähe.

Ja, wir Katzen wollen nicht unbedingt baden.

Aaaaaber wer spricht denn gleich von Baden? Sich mit Wasser zu beschäftigen kann trotzdem ganz schön cool sein - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes!

Wenn braune Pfotenspuren die Treppe nach unten führen ...
Wenn der Teppich im Badezimmer bei 30 Grad nicht mehr staubtrocken ist ...
Und wenn die Badewanne von Katzenhaaren geziert wird ...

... dann kann das nur eins bedeuten:
Katze Mimi sitzt in der Badewanne und beobachtet das Wasser

 Uiuiui, das plätschert so schön!
Katze Mimi spielt mit Wasser

 Kommt einfach so aus der Wand, das nasse Zeug!
Katze Mimi spielt mit Wasser in der Badewanne
 (Weil Betty es wie von Zauberhand fließen lässt.)

 Und so schön kühl, bei dieser Hitze!
Katze Mimi jagt das Wasser in der Badewanne

 Naaa, wart ihr in diesem Sommer auch schon baden oder beim Wasserspielen?


*Patsch* mit nasser Pfote,
eure Wassermieze Mimi